Betriebswirtschaftslehre (BWL), insbesondere Organisation und Führung

vertreten durch vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Jürgen Weibler

Prof. Jürgen Weibler

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Weibler

In den drei Lehrmodulen des Studienbereiches „Organisation und Führung“ sollen die Studierenden mit grundständigem wie vertieftem Wissen zum Themenfeld Leadership vertraut gemacht werden. Sie sollen erkennen, dass Organisation und Führung zwei Seiten der Medaille zur Steuerung von Organisationen darstellen und erst in ihrem Zusammenwirken volle Kraft entfalten. Dieser Grundthese folgend, werden im weiteren Verlauf ausgewählte Schwerpunkte vermittelt.

Verhalten in Organisationen

Zunächst einmal geht es darum, sich eine Basis zu erarbeiten, an der zentrale Fragestellungen des heutigen Organisationsgeschehens angedockt werden können. Die wissenschaftstheoretische Positionierung des Kurses folgt der Überzeugung, dass ökonomisch relevante Probleme nicht mit einer ökonomischen Perspektive allein bewältigt werden können. Vielmehr müssen, eingedenk der Tatsache, dass Organisationen lebende und lebendige Systeme sind, deren Eigenheiten erkannt und angemessen berücksichtigt werden. Dies führt zwangsläufig dazu, verhaltenswissenschaftliche Theorien heranzuziehen, um das Verhalten in Organisationen zu erklären, zu verstehen und zu gestalten. Zu­grunde gelegt wird ein Mehrebenenansatz, der sowohl die Organisation als Ganzes, wie auch Gruppen und Individuen als Entitäten berücksichtigt. Dies hat zur Folge, dass jeweils eigene Fragestellungen auf der betreffenden Ebene entwickelt, aber nicht isoliert behandelt werden.

Voraussetzungen und Folgen des Handelns, Leadership und (Grenzen der) Rationalität

Ein wichtiges Ziel der Lehrmodule dieses Studienbereiches besteht darin, zu erkennen, dass auch die nicht immer unmittelbar sichtbaren Voraussetzungen und Folgen des Handelns für den Erfolg von Organisationen jeglicher Couleur relevant sind. Nur wer hinter den Schleier des Rationalen blickt, wird deren wahres Ausmaß erkennen. Somit soll vor allem kritisches Reflexionspotential aufgebaut werden, ohne einfache und manchmal auch komplexe Anwendungszusammenhänge klassischer Natur aus den Augen zu verlieren. Handlungswissen ist zwar das zu Erreichende, doch dessen Vermittlung hängt, wie oben dargelegt, vom Handlungsverständnis ab. Führungskräften ist, diesem Verständnis von Leadership folgend, nicht mehr damit gedient, zu wissen, wie etwas augenscheinlich ist, sondern zu wissen, wie etwas sein könnte und welchen Parametern es unterliegt.

Die Lehrmodule des Studienbereiches sind an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen und anderen Institutionen gerichtet, die entweder für die Übernahme von Führungsfunktionen vorgesehen sind oder die zwar bereits Führungsaufgaben übernommen haben, die aber noch über keine hinreichende Qualifizierung in diesem Bereich verfügen.

2.1: Organisation und Führung

  • Steuerung durch Organisation und Führung (Leadership)
  • Organisationsstrukturen, -prozesse und -kulturen
  • Erfolgskritische Anforderungen an
    Führungskräfte und an Führungsbeziehungen
  • Effiziente Teamentscheide

2.2: Vernetzung von Organisations- und Führungsbeziehungen

  • Lern- und Veränderungsorientierung von Organisationen
  • Förderung der Lernfähigkeit durch Führung (Qualifikation)
  • Förderung der Lernbereitschaft durch Führung (Motivation)
  • Führungsstile und Führungsinstrumente als Lernkatalysatoren
  • Modelle des Wandels von Organisationen
  • Kooperation von Organisationen (u.a. Netzwerke)

2.3: Organizational Behaviour

  • Grenzen des rationalistischen Paradigmas für organisationales Geschehen und Leadership
  • Verhaltenswissenschaftliche Erweiterungen
  • Zur Bedeutung von Emotionen für organisationales Verhalten
  • Zur Bedeutung von Gerechtigkeit für organisationales Verhalten
  • Zur Bedeutung von Ethik für organisationales Verhalten