Betriebswirtschaftslehre (BWL), insbesondere Unternehmensführung und Controlling

vertreten durch vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Ewald Scherm

Univ.-Prof. Dr. Ewald Scherm

Den Studierenden soll vermittelt werden, dass es sich bei Unternehmen um komplexe offene Systeme handelt. Unternehmensführung bzw. Management stellt dabei einen Aufgabenkomplex dar, der in unterschiedlichem Umfang und variierenden Schwerpunkten auf allen Hierarchieebenen in Unternehmen erfüllt werden muss.

Da Entscheidungen im Rahmen des Managements – und nicht nur der Planung – aufgrund der Komplexität der Entscheidungssituationen und der beschränkten Informationsverarbeitungskapazität der Entscheidungsträger in hohem Maße selektiv sind und auch sein müssen, entsteht eine hohe Unsicherheit. Das wird beispielsweise anhand der Restriktionen im Rahmen der strategischen Analyse oder der nur begrenzten Bewertbarkeit von Strategiealternativen deutlich.

Zur Reduktion dieser Unsicherheit ist es daher unumgänglich, Entscheidungen umfassend zu reflektieren, wobei über das herkömmliche Verständnis von Controlling hinauszugehen ist. Das heißt, es darf nicht nur eine auf Abweichungen von Sollvorstellungen fokussierte Reflexion im Sinne einer gerichteten Kontrolle erfolgen. Vielmehr müssen auch Entscheidungsperspektiven (Wahrnehmungs- und Interpretationsmuster) hinterfragt werden. Ein so verstandenes Controlling weist naturgemäß eine enge Beziehung zum Lernen in Organisationen auf, das ohne individuelle Lerneffekte auf der Basis von Reflexion nicht denkbar ist.

Da im Zuge der Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit die Komplexität zwangsläufig zunimmt, entstehen in den verschiedenen Managementfunktionen höhere Anforderungen, wobei die Selektivität ebenfalls zunimmt und daher der Reflexion von Entscheidungen besondere Bedeutung zukommt. Diese wird im internationalen Unternehmen durch die Kontextvielfalt zusätzlich erschwert.

Neben der rationalistischen Sichtweise des Managements darf aber nicht übersehen werden, dass Entscheidungen auch noch von anderen Zielsetzungen bzw. Anforderungen geprägt sind. So lässt die Unternehmenspraxis an vielfältigen Beispielen erkennen, dass Entscheidungen bei weitem nicht (nur) von rationalen Überlegungen geleitet sind, sondern die Legitimierung gegenüber verschiedensten Interessengruppen eine große Rolle spielt. Nur so ist beispielsweise der Einsatz sehr begrenzt geeigneter Instrumente, die Begeisterung für „moderne“ Managementkonzepte oder die Verfolgung nicht hinreichend messbarer Zielsetzungen erklärbar. Es gilt den Blick dafür zu schärfen, um zu vermeiden, dass Scheinrationalitäten als solche nicht erkannt werden.

Am Ende sollen die Studierenden nicht nur in der Lage sein, situationsangemessene Entscheidungen im Rahmen der Planung und des Internationalen Managements zu treffen, sondern diese auch umfassend zu reflektieren, wobei gerade im Rahmen der Präsenzveranstaltungen die Grenzen aufgezeigt werden, die rationalem Managementhandeln gesteckt sind.

1.1: Unternehmensführung, Planung und Controlling

  • Unternehmen, Unternehmensführung, Management
  • Planung
  • Controlling

1.2: Strategische Planung und Instrumente des Controllings

  • Planung und Controlling – zwei zentrale Funktionen der Unternehmensführung
  • Strategische Analyse
  • Strategieformulierung
  • Strategieimplementation
  • Instrumente des Controllings

1.3: Internationales Management

  • Internationalisierung, internationale Unternehmen und internationales Management
  • Kultur als „internationaler“ Einflussfaktor
  • Institutionelle internationale Rahmenbedingungen
  • Theoretische Grundlagen des internationalen Managements
  • Dimensionen internationaler Strategien
  • Organisation internationaler Unternehmen
  • Personalbereitstellung in internationalen Unternehmen
  • Führung in internationalen Unternehmen
  • Controlling in internationalen Unternehmen