Wie Sie die Kosten für Ihr Fernstudium steuerlich geltend machen können

Fernstudium steuerlich absetzen

Für all diejenigen, die sich neben der Erwerbstätigkeit eingehend fortbilden und qualifizieren möchten, kann ein berufsbegleitendes Studium genau das richtige sein. Auf diese ebenso wirkungsvolle wie praktische Weise rückt ein akademischer Abschluss auch ohne Vollzeitstudium in greifbare Nähe. Im Ergebnis erhöhen sich die Karrierechancen und Türen für das eigene berufliche Fortkommen werden aufgestoßen.

Wer sich dabei für ein Fernstudium entscheidet, bleibt während der gesamten Ausbildungsphase mobil und kann von praktisch jedem Ort der Welt aus lernen. Damit all das auch in finanzieller Hinsicht gelingt, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So können die Kosten für ein Fernstudium im Allgemeinen von der Steuer abgesetzt werden. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Punkte hierzu für Sie aufgelistet.

Studiengebühren und allgemeine Kosten

Grundsätzlich können Sie alle im Zusammenhang mit Ihrem Fernstudium entstehenden Kosten von der Steuer absetzen. Dies betrifft vor allem die sogenannten Studiengebühren. Hierin enthalten ist sowohl der Betrag für die Bereitstellung von Studienmaterial als auch die erstmaligen Prüfungs- und Korrekturgebühren. Ferner können Sie Kosten für Fachbücher, Porto oder IT-Technik – wie beispielsweise für ein Notebook – gegenüber dem Finanzamt geltend machen.

Fahrtkosten und Mietkosten

Für Fahrten zwischen Ihrer Wohnung und der Universität (z. B. bei Präsenzphasen) erhalten Sie normalerweise eine Steuererstattung. Gleiches gilt für Fahrtkosten zur Lerngemeinschaft. Unter Umständen haben Sie zudem die Möglichkeit, auch Ausgaben für eine Zweitwohnung in der Studienstadt geltend zu machen.

Kosten für ein Arbeitszimmer

Gerade bei einem Fernstudium benötigen Sie in Ihrer Wohnung einen festen Ort zum Lernen. Unter Beachtung der nicht immer ganz einfach zu durchschauenden Regelungen der Finanzbehörden können Sie hier in einigen Fällen die Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen. Neben der Möblierung zählen dazu auch anteilige Miet- und Betriebskosten.

Darlehenszinsen

Haben Sie ein Ausbildungsdarlehen aufgenommen? Dann zählen die hierfür gezahlten Zinsen unter Umständen auch zu den absetzbaren Ausgaben. Genaueres ergibt sich aus Ihrer individuellen Veranlagungssituation.

Kosten fürs Fernstudium kann nur geltend machen, wer tatsächlich Steuern zahlt!

Damit Sie Studiengebühren, Fahrtkosten & Co. überhaupt beim Finanzamt geltend machen können, müssen Sie zunächst einmal überhaupt von der Steuerpflicht betroffen sein. Konkret bedeutet dies, dass Sie im Kalenderjahr 2018 mehr als 9.000 EUR verdienen müssen (2017: 8.820 EUR). Darunter profitieren Sie vom sogenannten Grundfreibetrag und zahlen keine Einkommensteuer. Bei einem berufsbegleitenden Fernstudium werden Sie diesen Betrag allerdings in der Regel überschreiten, da Sie für Ihre Hauptbeschäftigung zumeist entsprechend hohe Bezüge erhalten.

Das Bildungsziel muss nachhaltig verfolgt werden

Ob und in welcher Höhe Sie die oben genannten Kosten von der Steuer absetzen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In jedem Fall muss das Finanzamt klar erkennen können, dass Sie das angestrebte Bildungsziel nachhaltig und ohne vermeidbare Verzögerungen anstreben. Je nachdem, ob Sie das Fernstudium als Erstausbildung absolvieren (z. B. bei einem Studium parallel zur Berufsausbildung) oder es als Zweitausbildung betrieben wird, entscheidet sich, ob Sie die Studiengebühren als Sonderausgaben oder als Werbungskosten absetzen können.

Bei der Erstausbildung Sonderausgaben, bei der Zweitausbildung Werbungskosten

Bei einer Erstausbildung gilt generell, dass alle Studienkosten als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass diese Ausgaben im Steuerrecht als Kosten der privaten Lebensführung gewertet werden. Die Anerkennung ist daher nur in bestimmten Fällen und auch nur bis zur Höhe von maximal 6.000 EUR pro Jahr möglich.

Anders verhält es sich bei der Zweitausbildung, wo entstandene Studiengebühren im Regelfall als Werbungskosten abgerechnet werden können. Eine summenmäßige Begrenzung gibt es hierbei nicht, da die Aufwendungen als berufliche Ausgaben gelten.

Wie hoch die Studiengebühren im einzelnen sind und welche Fördermöglichkeiten es gegebenenfalls gibt, können Sie auf den Internetseiten des Hagener Instituts für Managementstudien nachlesen. Sollten Sie spezielle Fragen zur Absetzbarkeit von Studienkosten haben, empfiehlt sich die Inanspruchnahmen eines professionellen Steuerberaters.