Willen zum Erfolg unter Beweis gestellt

'Hagener Management Studium' für Führungskräfte

Aus: SIHK – Südwestfälische Wirtschaft, 58. Jg., H. 1, 2002, S. 16–17.

„Anstrengung“, „Herausforderung“ und „Spaß“ sind die Worte, die Susanne Keller immer wieder benutzt, wenn sie über das „Hagener Management Studium“ berichtet. Im März 2001 begann die Firmenkundenbetreuerin der Sparkasse Hagen mit der berufsbegleitenden Weiterbildung, die von Wirtschaftsprofessoren der Fernuniversität entwickelt wurde. Am 5. Dezember
konnte sie das Abschlusszertifikat in Empfang nehmen. 15 von anfangs 20 Führungs- und Nachwuchsführungskräften hielten bis zum Ende durch, zwei bestanden die Abschlussklausur „sehr gut“. Eine der beiden war Susanne Keller: „Noch vor einem Jahr hätte ich nicht zu träumen gewagt, so etwas schaffen zu können – und dann war Anfang Dezember schon Weihnachten!“ Hinter der Hemeranerin liegt eine Zeit harter Arbeit, die sich für ihre persönliche Weiterentwicklung aber schon gelohnt hat.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hagen, Klaus Hacker, weiß, welche Leistung Susanne Keller bei ihrer Fernstudien-Weiterbildung erbracht hat. Das Hagener Management Studium absolvierte sie parallel zu ihrer Berufstätigkeit mit sehr großem Erfolg.

Klaus Hacker, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hagen, hat sie nicht nur aufmerksam gemacht, er weiß auch die persönliche Leistung einzuschätzen: „Wer eine solche Belastung auf sich nimmt und durchhält, stellt Belastbarkeit, Willensstärke, Selbstorganisation, Motivation und den Willen zum Erfolg unter Beweis. Solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter braucht jedes Unternehmen.“ Die Sparkasse Hagen, die die Teilnahmegebühren für Susanne Keller über- nahm, legt auf die ständige fachliche und persönliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großen Wert. Neben den Angeboten der Weiterbildungsakademie der SparkassenOrganisation hat auch die Fernuniversität ihren Platz. Personalchef Manfred Manke: „Das Niveau des Weiterbildungsangebotes ist hoch, die Angebote sind praxisorientiert, und zum Dritten bietet ein Fernstudium die Möglichkeit, Theorie und auf die „Weiterbildung made in Hagen“ Praxis zu verbinden. Der Berufsweg wird also nicht unterbrochen, die Umsetzung des gerade Gelernten bringt oft neue Einsichten. Solche Erfolge erhöhen die Motivation. Lernen und Arbeiten machen Spaß!“

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hagen, Klaus Hacker, weiß, welche Leistung Susanne Keller bei ihrer Fernstudien-Weiterbildung erbracht hat. Das Hagener Management Studium absolvierte sie parallel zu ihrer Berufstätigkeit mit sehr großem Erfolg.

Erfolg ist kein Zufallsprodukt

Natürlich ist die Belastung hoch, nicht jeder ist von seiner Persönlichkeit, von seiner beruflichen Situation oder den Rahmenbedingungen her hierfür geeignet. Susanne Keller bestätigt: „Das private Umfeld muss stimmen, denn das Studium ist sehr zeitintensiv. Viel Zeit für Privates bleibt nicht – der Sommer soll ja sehr schön gewesen sein, habe ich gehört.“ Trotzdem würde sie es wieder so machen.

„Unternehmerischer wie persönlicher Erfolg sind eben kein Zufallsprodukt, sondern Resultat des Willens, über veränderte Gesta ltungsformen laufend neu nachzudenken und ihre kreative Umsetzung entschlossen anzugehen“, unterstreicht Prof. Dr. Jürgen Weibler. Er ist einer der sieben FernuniWirtschaftsprofessoren, die in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen – darunter auch der Hagener Douglas Holding AG und weiteren bundesweit tätigen Unternehmen, aber auch regionalen kle ineren und mitte lständischen Firmen – das Management Studium entwickelt haben.

Das modular aufgebaute Weiterbildungsstudium vermittelt das zentrale theoretische, konzeptionelle und instrumentelle Wissen der Unternehmensführung. Die Studierenden sollen sich anschließend in ihrem Aufgabenbereich besser als bisher orientieren können. Durch den Überblick über die Teilbereiche gewinnen sie einen Einblick ins Ganze. Wenn sie weiterreichende Führungsaufgaben übernehmen, können Fehleinschätzungen leichter vermieden werden.

Verbesserte Selbstreflexion

Dies sieht auch Susanne Keller für sich selbst so. Für sie war das Studium von Anfang an eine Herausforderung: „Die Inhalte reizten mich. Jeder meint doch, etwas vom Management zu verstehen und jeder redet mit aber die solide Grundlage fehlt oft.“ Die Unterlagen („Ich musste echte Nüsse knacken!“) waren außerordentlich wertvoll, „denn so oft ich sie auch gelesen habe, immer wieder habe ich neue Inhalte entdeckt.“ Bei den Präsenzseminaren konnte sie sich mit den anderen Teilnehmenden aus verschiedenen Branchen austauschen und so auch andere Blickwinkel kennen lernen. Ein ganz wesentlicher„Standortvorteil“ war für sie im Vergleich zu den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland, dass die Präsenzveranstaltungen in Hagen stattfanden. Ihr Fazit: „Die Studienzeit war wertvoll, spannend und interessant, anstrengend und zeitintensiv. Das Ziel zu erreichen erforderte viel Disziplin, Ausdauer und Willenskraft. Aber ich habe unheimlich viel gelernt und neue Sichtweisen gewonnen. Ich kann heute unbekannte Situationen schneller und sicherer analysieren und mich und mein Handeln besser einschätzen!“

„Es kommt natürlich darauf an, sich das Fachwissen zu erarbeiten, das Führungskräfte und der Führungsnachwuchs einfach ‚draufhaben‘ müssen“, betont Prof. Dr. Dr. Gerhard E. Ortner. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille: Die Studierenden müssen auch wissen, wie sie dieses Know-how in der Praxis anzuwenden haben und wie sie Probleme anpacken können, die im Studium gerade nicht behandelt wurden. Denn Manager zu sein heißt nach Ortners Worten, „virtueller Unternehmer“ zu sein, also so zu denken und zu handeln, als ob man Mit-Unternehmer sei. Doch wie soll man das lernen? Wie soll man in Krisensituationen, auf die man nicht vorbereitet ist, professionell agieren? Die dafür notwendige „Problemlösungskompetenz“ fehlt vielen Jung-Managerinnen und Managern. In der Regel erhält man erst die Funktion und eignet sich dann die Krisenkompetenz an. Doch dafür bleibt heute kaum noch Zeit. Gerhard Ortner: „Viele Probleme in der Wirtschaft könnten vermieden werden, wenn sich die Führungskräfte erst einmal kundig gemacht hätten:
Was heißt das eigentlich, eine verantwortliche Position mit großer Entscheidungsfreiheit – und Entscheidungspflicht! – zu übernehmen?“ Man müsse eben nicht nur etwas heftig wollen, sondern man müsse es auch können. Und wer nicht über das notwendige individuelle Personalvermögen verfüge, um sich in einer Führungsposition zu recht zu finden, der müsse es eben sein lassen.

Grundlagen in sieben Feldern

Ihr eigenes Personalvermögen erhöhen die Absolventinnen und Absolventen durch das Hagener Management Studium ganz erheblich. In sieben wesentlichen Feldern der Wirtschaft und der Wissenschaften eignen sie sich Wissen an, das zwar noch nicht das Können im Einzelfall bedeutet, jedoch zumindest notwendig für richtiges Handeln ist: Grundlagen in den Bereichen Unternehmensführung, Organisation und Führung, Personalwirtschaft, Marketing, Informationsmanagement, Projekt-Management und Nationale Wirtschaftspolitik sowie Vertiefungen in Planung und Controlling, Vernetzung von Führungsund Organisationsbeziehungen, Personalvermögen und Personalentwicklung, Marketing-Planung, Informations- und Kommunikationssysteme, Instrumente des Projektmanagements und Internationale Verflechtungen.

Das Studium konzentriert sich also auf die Führungsaspekte in Unternehmen, der Überblick ist dabei wichtiger als die Details. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen durch die Theorie erkennen, warum etwas in der Praxis so ist, wie es ist. Das Wissen besteht nicht einfach aus in Schriftform gegossenen Vorlesungen. Vielmehr wird es fernstudiendidaktisch aufbereitet. Lernerfolgskontrollen und fünf Wochenend-Präsenzseminare in Hagen erleichtern den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Studium. Nach Grundlagen und Vertiefungsstudium und einer erfolgreichen Abschlussklausur erhalten sie qualifizierte Zertifikate der beteiligten Professoren. An der Fernuniversität sind sie als „Besondere Gasthörer“ immatrikuliert.

Gerd Dapprich

Erfahrungsbericht als PDF